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Kaum eine andere Band hat es geschafft, so viele Musikrichtungen und Elemente miteinander zu kombinieren und ein derartig heterogenes Publikum anzusprechen, wie die britische Band The Prodigy. Zunächst vor allem von Techno und Acid beeinflusst, nahmen sie später Elemente wie Industrial, Hardcore, Alternativ, HipHop und Punk mit auf. Mit ihrem innovativen Sound wurden sie zu Pionieren des Big Beats und waren eine der größten Partynummern der Neunziger Jahre.
Es begann Anfang der Neunziger mit Liam Howlett, dem einzigen Musiker der Band. Dieser arbeitete als DJ und traf auf einer Party Leeroy Thornhill und Keith Flint. Diese waren von seiner Musik begeistert und gründeten mit Tänzerin Sharky die Band. Kurz darauf, verstärkt durch Keith Palmer alias Maxim Reality, gingen sie auf Tour und spielten mal vor einer handvoll, mal vor Tausenden von Zuschauern. Mit dem Plattenvertrag stieg Sharky aus. 1991 erschienen Single und Musikvideo zum Song Charly. Aus dem Album Experience brachte vor allem Out Of Space den Durchbruch. Zu diesem Zeitpunkt hatte Sharky die Band bereits verlassen.
In ihren Videoclips zeigt die Band sich bunt und wild. Aber vor allem sind sie eine Liveband. Howlett macht die Musik, während die anderen gesanglich und stimmungsmäßig das Publikum einheizen. Schon beim Schreiben der Songs werde mit eingeplant, wie die Stücke live ankommen, so die Band. Kein Wunder, dass es neben den offiziellen Musikvideos vor allem Live-Videos sind, die Verbreitung finden.
Flint, in den ersten Jahren Tänzer der Band, wird seit der Hitsingle Firestarter auch als Sänger eingesetzt. Er ist mit zahlreichen Piercings und immer neuen bunten Frisuren der Schrillste in den Videos. Das Album The Fat of the Land machte die Band zu weltweiten Stars. Ihr Musikvideo zu Smack My Bitch Up, das Drogen, Gewalt und Sex thematisiert, wurde nicht nur mit zwei MTV Video Music Awards ausgezeichnet, sondern sorgte für einige Furore. In mehreren Ländern wurde es nicht (oder nur nachts) auf den Videosendern gespielt und beschäftigte sogar das englische Parlament.
Der Tournee-Marathon, den die Band hinter sich brachte, forderte seinen Tribut. Die Band brauchte eine Pause, auch voneinander. Leeroy Thornhill stieg endgültig aus. 2004 erschien Always Outnumbered, Never Outgunned, an dem Howlett allein bastelte und das mit zahlreichen anderen SängerInnen eingespielt wurde. Doch 2009 kamen sie mit Invaders Must Die in alter Formation und alter Stärke zurück.